Samstag, 20. März 2010

5223km: Broome

Nach meinem Karijini-Abenteuer fuhr ich dreieinhalb Stunden weiter nach Port Hedland, eine Minenstadt direkt am Meer. Viel zu tun gibt es dort nicht und lange bleiben will man sowieso nicht, da alles extrem teuer ist. Für das günstigste Zimmer hätte ich 100.- bezahlen müssen, also schlief ich halt erneut im Zelt in einem Caravan Park. Langsam zahlt sich mein Zelt echt aus, hätte ich nicht gedacht. Und dank der tollen Luftmatratze, die ich in Exmouth kaufte, lässt es sich auch besser leben :-)

Am Abend hatte ich eine schöne Sicht auf den Hafen.


Bevor ich weiter nach Broome fuhr, besuchte ich noch die School of the Air. Es ist eine Schule mit etwa 15 Kindern, die alle weit verstreut auf Farmen wohnen und nicht auf eine öffentliche Schule gehen können. Sie werden Zuhause unterrichtet und haben täglich eine Klassen-Lektion und zweimal in der Woche eine Privatlektion via Computer. Ich durfte dort reinschauen und sah, wie eine Lehrerin mit ihren zwei Sechstklässlern über ein Mikrophon kommunizierte. Manchmal blinkte etwas auf und dann wusste die Lehrerin, dass dieses Kind aufstreckte und etwas fragen wollte oder die Antwort auf eine Frage hatte. Der eine Junge wohnte übrigens etwas ausserhalb von Broome, der andere 400km südlich von Port Hedland. Zweimal im Jahr besucht die Lehrerin die Kinder auf ihren Farmen.

In der heutigen Lektion ging es um die Vorbereitung von einem Assembly, eine Art Zusammenkunft der Schule (alles via Computer), in der die einzelnen Kinder ein Comic, das sie selbst gezeichnet haben, vorlesen und den anderen vorstellen.

Schliesslich musste ich dann aber weiter, da ich eine über 600km lange Fahrt nach Broome vor mir hatte. A bloody long way! Zwischendurch kamen mir Autos entgegen, die eine Art Blaulicht (halt nur in orange ^^) hatten und ein Schild mit der Aufschrift „Oversize“. Sie forderten die entgegenkommenden Autofahrer auf, langsamer zu fahren. Manchmal musste man sogar anhalten, denn hinter ihnen fuhr ein Oversize Road Train, das sah dann zum Teil so aus:


Leider ist es etwas verwackelt, aber ich fand es sehr beeindruckend.

Während der Fahrt kam ich ab und zu in Regenschauer und es sah echt unheimlich aus, doch ich wusste, dass momentan kein Zyklon unterwegs ist und demnach konnte ich mit einem etwas besseren Gefühl durch fahren.


So darf man sich übrigens die Strasse vorstellen, manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Bäumen (hier hats grad gar nichts ;-))

Schliesslich kam ich noch zum 80 Mile Beach. Also eigentlich war der ja schon die ganze Zeit "neben" mir, doch an einer bestimmten Stelle konnte man 10km auf einer Schotterpiste bis zum Strand fahren, was ich auch tat. Ich sah wunderschöne Muscheln und einen ewig weiten, weissen Sandstrand.


Was ich dann letztendlich alles in Broome erlebte, erzähle ich euch in meinem nächsten Eintrag ;-)

Donnerstag, 18. März 2010

Karijini National Park

Nach einer langen Fahrt und einer Übernachtung in Tom Price gings ab in den Karijini National Park. Ich blieb zwei Tage und zwei Nächte auf einem Zeltplatz mitten im Nationalpark, der zum Teil von Dingos heimgesucht wird. In meiner zweiten Nacht hörte ich, wie einer um mein Zelt schlich und dann davon lief, als ich mich drehte ;-)

Der Nationalpark ist einer der schönsten, den ich je gesehen habe. Die Natur ist wunderschön und er verfügt über einige Schluchten, Wasserfälle und Pools, wo man baden kann. Ich traute jedoch nicht allen, als ich die Fische drin herumschwimmen sah, doch wenn man sonst kein fliessendes Wasser hat, braucht man zwischendurch schon mal eine Abkühlung, wie zum Beispiel hier beim Fortescue Falls. Hier ging ich jeden Abend baden und mich von den anstrengenden Klettereien in den Schluchten zu erholen, von denen ich bis jetzt noch Muskelkater habe.


Die Hamersley Gorge war die erste Schlucht, die ich mir anschaute. Sie war am weitesten entfernt und deshalb gehen einige Touristen nicht dort hin, doch ich sah ein Foto auf einer Postkarte und wollte unbedingt an diesen Ort.




Kletterte man weiter, kam man schliesslich zu einer kleinen Einbuchtung mit einem versteckten Pool.


Am nächsten Tag besuchte ich dann Joffre Falls. Es war zwar wunderschön, aber leider zu wenig Wasser und deshalb gab es keinen Wasserfall. Doch dafür konnte ich hinunter klettern und von unten alles genauer anschauen. Hier ein Foto von oben, vom Aussichtspunkt. Man kann gut erkennen, wo der Wasserfall normalerweise runterkommt.


Mein absolutes Highlight war jedoch die Hancock Gorge. Nachdem man eine Leiter hinuntersteigen musste, ging die Kletterei erst richtig los. Zuerst durch hüfttiefes Wasser laufen und dann mit einem Fuss auf der linken Felsenwand, mit dem anderen auf der rechten (dazwischen war Wasser) den Spider Walk durchklettern, bis man schliesslich zum Kermit Pool gelangt. Danach könnte man sich noch an Hacken den Wasserfall hinunter abseilen, das liess ich dann bleiben ;-) Hier meine schönsten Bilder davon:




Auch der Circular Pool gefiel mir gut, den ich als Abschluss besuchte. Das Wasser war sehr klar und frisch und setzte man sich unter den Wasserfall, hatte man eine richtig warme Dusche! :-)

My little Aussie note: As you can see I’ve been to the Karijini National Park. I stayed there two nights in my tent, it was quite adventurous with the dingoes at night (though I could only hear them, I haven’t seen one). It was fantastic and I’m very glad I didn’t do a tour but explored everything on my own. It saved a lot of money and I saw a lot more and could enjoy it properly!

Freitag, 12. März 2010

2917km: Exmouth

Ich verliess Bullara Station und erreichte nach einer Stunde Exmouth. Ich fuhr direkt zu der Farm, die mich – so glaubte ich zumindest – erwartet. Doch es war kein Mensch da, es hatte nur zwei Emus die um mein Auto schlichen und einen Goanna, die grösste Echse Australiens.


So, gleich mein zweiter Beitrag heute. Ich muss auf dem neusten Stand bleiben, da ich bald weiterfahre in den Karijini National Park und da gibt es dann einiges zu berichten ;-)

Als der Typ dann endlich auftauchte, dem die Farm gehörte, ging es nicht viel besser weiter. Er zeigte mir eine Art Container (sein „Büro) mit einem dreckigen Bett und es stank extrem! Wie ich dann herausfand, kocht er nicht, er geht in sein Haus in Exmouth selber und ich muss dann alleine auf der komischen Farm sein. Die Küche war dreckig und uah, ich war echt schockiert. Ich sagte ihm dann, dass ich es mir anders vorgestellt habe und verliess kurzerhand die Farm und suchte den nächsten Caravan Park auf. Dort war es dann super und nachdem ich mir eine Luftmatratze kaufte, fühlte ich mich wie im siebten Himmel in meinem Zelt :-)

Am nächsten Tag besuchte ich den Cape Range National Park. Dieser hat einige Schluchten und Strände, leider aber so viele, dass ich nicht alle anschauen konnte. Doch hier ein paar Bilder von den schönsten Orten.

Lakeside, ein Strand an dem ich schnorcheln ging – traumhaft!


Mandu Mandu Gorge, eine Schlucht in der ich auch einige Kangaroos angetroffen habe.



Heute gings dann weiter zur Charles Knife Road und zum Thomas Carper Outlook, wo ich auch eine kleine Wanderung machte auf einem Weg, der so schlecht ausgeschildert war, dass ich mich einige Male verlaufen habe.




My little Aussie note: I’m in Exmouth in a caravan park. I like it here, although I thought Exmouth was bigger. Soon I’ll go to Karijini National Park and then up to Port Hedland and Broome. I’ll send you an email or write something in the blog when I’m in Broome :-)

Coral Bay

Ich verbrachte eine erlebnisreiche Woche auf der Bullara Station, eine Stunde südlich von Exmouth. Als wir auf dem Gelände herum fuhren um den Kühen Futter zu geben (sie haben ein spezielles Futter, das ihre Mägen stärkt, damit sie in dieser Vegetation überleben können), sahen wir einen Willy Willy. Das ist wie ein kleiner Tornado, nur dass er nicht von oben, sondern von unten entsteht. Er bildet sich durch die Hitze und wirbelt dann den Sand hoch. Es ist nicht gefährlich, nur sollte er nicht unbedingt gleich beim Haus durchflitzen, da sonst alles voll Sand ist.


Schliesslich ging ich auf eine Schnorchel Tour, genauer gesagt, eine Turtle Cruise. Mit 16 anderen Touristen fuhren wir mit einem Glass Bottom Boat weit hinaus, um verschiedene Meerestiere zu entdecken. Wir sahen einige Schildkröten und viele Fische in allen Farben, Korallen und Delfine.



Der Höhepunkt jedoch war: Ich ging mit Haien schwimmen! Es sind Reef Sharks, die sind ca. 2.5 Meter lang und nicht gefährlich, auch wenn es etwas unheimlich war, wenn die plötzlich so nahe an mir vorbei schwammen.

Hier habe ich noch ein paar Fotos, die aber leider nicht von mir sind. Ich habe sie von einem des Turtle Teams in Gnaraloo bekommen, da ich keine Unterwasserkamera habe.



Samstag, 6. März 2010

Tropic of Capricorn

Ja, ich lebe noch, nur das Internet war eine Weile lang tot und mein Guthaben aufgebraucht, so konnte ich mich nicht mehr melden.

Nach zwei Wochen verliess ich Gnaraloo Station und fuhr zwei Stunden auf der Sand- und Schotterpiste zurück nach Quobba Point, anschliessend zu den Blowholes bis zum Highway. Dabei fuhr ich am Lake MacLeod vorbei (erinnert mich immer an McLeod’s Daughters ;-), ein grosser Salzsee. Ich habe zwar kein Foto davon, aber dafür ein paar Salz-Pfützen von den Blow Holes. Denn genau so sah der See aus, nur etwas grösser ;-)


Es sieht tatsächlich aus wie Eis, zuerst war ich also ganz erstaunt, wie es bei dieser Temperatur hier Eis haben kann.

Zurück in Carnarvon besorgte ich einige Dinge und musste mein Auto volltanken, danach ging es los nach Coral Bay. Unterwegs musste ich aufpassen, dass mir keine Ziegen, Schafe, Kühe, Kangaroos, Emus und Hasen vors Auto rennen. Vor allem Emus sind gefährlich, statt davon zu rennen, kommen sie geradewegs auf einen zu. Gut ist, dass auf diesen Strassen nicht viele Leute unterwegs sind, da macht es nichts, wenn man mal eine Vollbremse reisst ;-)Aber in der Windschutzscheibe will ich sie dennoch nicht haben, nicht nur wegen meinem Auto, sondern auch wegen den Krallen.

Coral Bay ist ein kleines Kaff mit (wie der Name schon sagt) vielen Korallenriffs. Darüber werde ich euch später mehr erzählen, da ich eine Schnorchel-Tour machen werde.

Ich blieb nur eine Nacht in dem einzigen Backpacker in Coral Bay (echt empfehlenswert, es ist schön, sauber und es hat einen Pool) und fuhr am nächsten Tag weiter zur Bullara Station. Auf dem Weg tauchten auf einmal grosse Steinbrocken auf und mit der Zeit wurden es immer mehr. Schliesslich wurde meine Vermutung durch die Besitzer der Farm bestätigt: Es handelte sich dabei um das Werk von Termiten!


Und schliesslich kam ich zu folgendem Schild, nach dem ich auch meinen heutigen Blogeintrag benannt habe: Tropic of Capricorn (nördlicher Wendekreis)


Ein Wendekreis ist einer der beiden in 23° 26' nördlicher und südlicher Breite gelegenen Breitenkreise, die für die Sonnenbahn Grenzmarken darstellen. Die Wendekreise verlaufen 2.600 km nördlich bzw. südlich des Äquators. Jeweils zur Sonnenwende (20./21. Juni bzw. 21./22. Dezember) erreicht der Sonnenstand auf der Nord- bzw. Südhalbkugel auf den Wendekreisen den Zenit (der Punkt des Himmels, der sich genau über dem Beobachter befindet), die Sonne steht damit am höchstmöglichen Punkt und ein senkrecht auf dem Boden stehender Stab würde keinen Schatten werfen. Leider war ich zur falschen Zeit da, das hätte ich gerne gesehen!

Der nördliche Wendekreis wird auch „Wendekreis des Krebses“ (lat.: tropicus cancri, engl.: Tropic of Cancer) genannt – im Sinne der tropischen Tierkreiszeichen. Das Sternbild, das die Sonne zur Sonnenwende durchquerte, war bis 15 v. Chr. das Sternbild Krebs und danach das Sternbild Zwillinge. Seit 1990 n. Chr. findet die Sommersonnenwende im Sternbild Stier statt, weil sich die Äquinoktialpunkte im siderischen Bezugssystem durch die Präzession langsam verschieben (vielleicht versteht einer von euch den letzten Satz...ich jedenfalls nicht ^^ Aber hört sich interessant an xD)

Nun zum südlichen Wendekreis: Im Sinne der tropischen Tierkreiszeichen bzw. auch nach dem Sternbild der Ekliptik, in dem die Sonne bei Einführung der Sternbilder in der Antike zur Sonnenwende stand, wird der südliche Wendekreis auch „Wendekreis des Steinbocks“ (lat.: tropicus capricorni, engl.: Tropic of Capricorn) genannt. Zurzeit steht die Sonne zur Sonnenwende bedingt durch die Präzession im Sternbild Schütze.

Sorry an diejenigen, die hier wie ich zum Teil nur Bahnhof verstehen ;-)

My little Aussie note: Some days ago I arrived at Bullara Station, one hour south of Exmouth. I like it here and I'm also looking forward to my snorkeling tour, which I'm going to do on Tuesday! This place is amazing! :-)

Sonntag, 21. Februar 2010

Auf den Spuren der Schildkröten

Von Carnarvon fuhr ich zehn Minuten auf dem Highway, bis ich auf eine Nebenstrasse kam, die bis zu Point Quobba führt. Dieser Ort ist bekannt für die Blow Holes. Durch Löcher im Felsen spritzt das Wasser bis zu 20 Meter hoch.




Danach ging es fast zwei Stunden lang weiter auf einer Sand- und Schotterpiste. Es war ziemlich holprig, aber nicht so schlimm wie der Weg zum Kalbarri National Park. Sobald der Sand etwas tiefer wurde, musste ich beschleunigen, damit ich nicht stecken blieb, wobei ich wie auf Eis rumrutschte und an euch im kalten Europa denken musste ;-)

Ein grosser Teil der Strasse führte direkt neben dem Meer vorbei. Schliesslich kam ich auf der Gnaraloo Station an. Es ist eine riesige Schaf- und Ziegenfarm die Cabins (kleine Häuschen mit Küche und Bad) an Feriengäste vermietet. Ich bekam auch eines dieser Häuser, doch es ist noch nicht fertig. Es stehen also nur ein paar Stühle und ein Bett drin und ein Haufen Sand, den ich erstmals wegwischen musste. Doch der Ausblick macht alles wieder gut.


Über die Sanddünen kommt man direkt zum Strand. Leider ist er etwas steinig, somit ist er nicht wirklich geeignet zum baden. Doch es gibt noch 3 Mile Beach und Gnaraloo Bay, die wir ab und zu besuchen, um uns abzukühlen. Trotz allem können wir jeden Abend beobachten, wie die Sonne langsam im Meer versinkt :-)

Hier auf der Farm lebt momentan das Turtle Team. Es sind sieben junge Menschen, die weltweit her gereist kamen (USA, Kanada, Australien, England), um Studien über die Schildkröten zu machen. Als sie im November hier ankamen, fuhren sie eine halbe Stunde entfernt von der Farm zum Strand, um nach Spuren zu suchen und herauszufinden, wo die Schildkröten ihre Nester platzierten. Wenn sie solch einen Ort fanden, markierten sie die Stelle einen Meter entfernt davon und schrieben das Datum auf. 50-80 Tage danach können die Jungen schlüpfen, also wird jede Nacht in zwei Schichten Wache gehalten und jede halbe Stunde einen Rundgang gemacht, um zu beobachten, ob sie schlüpfen. Passiert es, werden sie gezählt und geschaut, wie viele es ins Meer schaffen und wie viele von den Krabben gefressen werden. Fast die Hälfte aller Eier wird schon vorher von den Krabben aufgesucht und gefressen, und auf dem Weg zum Meer überleben auch nicht viele der Schildkröten. Doch leider darf das Turtle Team nicht eingreifen, da es ein natürlicher Prozess ist. Durch die Studie hoffen wir, dass es vom Staat erlaubt wird, die Nester zu schützen, damit mehr der Schildkröten überleben können.

Wenn sie schlüpfen, kämpfen sie sich erstmals durch den Sand an die Oberfläche. Während ihrem ca. halbstündigen Marsch zum Meer (vor drei Tagen schlüpften 75 Schildkröten aus einem Nest – Nester haben durchschnittlich um die 100 Eier, doch nicht alle sind befruchtet) entwickeln sie alle ihre Muskeln und die Lunge, die wir Menschen erst nach einigen Jahren vollständig entwickeln. Deshalb ist dieser Marsch überlebenswichtig und wir können die Schildkröten nicht einfach nehmen und ins Wasser werfen, damit sie die Krabben überleben.

Haben sie den Strand überlebt und das Meer erreicht, warten neue Gefahren auf sie. Alle möglichen Fische fressen sie und man sagt, nur eine von 1000 Schildkröten schafft es tatsächlich, alt zu werden. Einige werden auch aus Versehen in Netzen gefangen oder von Schiffen getroffen. Sobald sie im Meer sind, schwimmen sie zum Strom (Ocean Current). Dort bleiben sie fünf Jahre lang und ernähren sich von allen möglichen Sachen, die im Strom mit schwimmen. Ist wie bei Finding Nemo ^^ Nach fünf Jahren sind sie etwa Tellergross und brauchen mehr Nahrung, so verlassen sie den Strom und schwimmen zu einem Korallenriff oder einfach etwas näher zum Land. Nach 30 Jahren sind Schildkröten dann bereit, Eier zu legen, bis sie etwa 70 Jahre alt sind. Interessant ist jedoch, dass sie ihr Nest genau dort legen, wo sie selbst auch geboren wurden. Sie sind wie innerlich markiert und nach so vielen Jahren finden sie den Weg zurück zu ihrem Geburtsort ohne Probleme. Das ist echt faszinierend, da der Ort, wo sie vorher lebten, zum Teil 2000km weit entfernt ist!

Die folgenden Bilder sind von Sergio vom Turtle Team. Dies ist nun eine Loggerhead Turtle.




Hier kämpft sich die frisch geschlüpfte Schildkröte durch den Sand.


Diese hat die Krabben überlebt, yay!


Diese leider nicht…


Hier wird ein Loch gegraben, wo die Schildkröte anschliessend ihre Eier reinlegt.

Läuft die Schildkröte auf dem Sand, hinterlässt sie Spuren, die einem Traktor gleichen. So kann man auch gut sehen, wo sie ein Nest legte.

Es ist also sehr spannend, was ich hier erlebe. Ich war auch schon einmal auf einer Nachtschicht (von Mitternacht bis morgens um sechs Uhr), doch ausser Krabben sah ich leider nichts. Es war zum Teil etwas beängstigend, wenn die Krabben von allen Seiten auf uns zu kamen – ich fühlte mich wie Ron in Harry Potter, als er im Wald von Riesenspinnen umzingelt wurde ;-)

My little Aussie note: I’m at Gnaraloo Station and learn a lot about the turtles, as there is a Turtle Team here who observes the hatching of turtles. We’ve got a full house and we always have a lot of fun together. I will be staying here until March the 3rd, when I move on to Bullara Station. Hope you all are good and well ;-)

Dienstag, 16. Februar 2010

1932km: Carnarvon

Heute ist mein letzter Tag mit Internetanschluss, deshalb die kurze Pause zwischen den Beiträgen. Ich weiss nicht, ob ich die nächsten 1-2 Wochen Internet habe, deshalb bitte etwas geduldig sein mit meinem Blog :-)

Seit ein paar Tagen bin ich nun in Carnarvon. Die Stadt ist grösser als ich dachte, da alle immer von einem Kaff gesprochen haben. Nun gut, es ist auch ein Kaff mit 5200 Einwohnern, aber immerhin um einiges grösser als Denham, wo nur 607 Menschen lebten.

Carnarvon ist eher die ruhige Stadt der Plantagen. Auf Grund des subtropischen Klimas wachsen hier Bananen, Mangos, Ananas, Orangen, Avocados, Melonen und vieles mehr. Auf den 180 Plantagen wachsen 80% aller Bananen und 15% der gesamten Gemüseproduktion Westaustraliens. Ich befinde mich mitten in einer Mango- und Bananenplantage. Habe ich Hunger, kann ich einfach eine Runde drehen und ein paar Mangos pflücken – mjam! xD

Nun möchte ich euch etwas über die Arbeit mit den Bananen erzählen. Für mich war ja alles total neu, ich wusste nicht mal, wie die Pflanzen aussehen, von denen diese gelben, krummen Früchte wachsen, geschweige denn, wie man sie pflegt und letztendlich ernten kann. Die Plantage ist so gross, dass sie bereits über alle Stadien verfügt. Wir beginnen mal mit den kleinen Pflänzchen. Denen muss man Platz verschaffen, damit sie gut wachsen können. Die dürren Blätter werden abgeschnitten und das andere Gewächs rundherum gekürzt, damit es Wasser und Licht bekommt. Sind sie dann etwas grösser wie folgt, kümmert man sich nicht mehr um die Wurzeln, sondern nur noch um die dürren Blätter. Die liegen zum Teil aber so hoch, dass man echt Mühe hat, sie abzuschneiden.


Es wirkt wie im Urwald, vor allem, wenn man sich von Baum zu Baum kämpft, um nach zwei Stunden endlich am anderen Ende der Plantage wieder rauszukommen und Licht zu sehen.


Im inneren des Stammes befindet sich die Frucht. Die wird dann langsam hochgedrückt und wie bei einer Geburt aus dem Stamm oben heraus gepresst. Man sieht dann nur diese violette Blume, die Bananen befinden sich darin.


Langsam öffnet sich dann die Blume und man sieht die kleinen Bananen, wie sie sich langsam nach oben strecken und krumm werden. Auf meine Frage, weshalb die Bananen nun eigentlich nach oben wachsen und sich krümmen, bekam ich nur eine Antwort: das sei genetisch bedingt -.- Nicht unbedingt die Antwort, die ich haben wollte.

Sobald die Früchte ersichtlich sind, müssen wir die Blätter abschneiden, die sich um die Bananen herum legen, auch wenn sie noch nicht verdorrt sind. Denn ansonsten werden die Bananen an den Stellen braun, an denen die Blätter sie berühren, und dann können sie nicht verkauft werden, weil die Kunden ja nur die ganz schönen, gelben Bananen haben wollen ;-)

Und schliesslich sind sie dann so, wie wir die Bananen kennen. Nur halt grün. Denn gepflückt werden die Früchte immer grün.


Eine Staude kann zwischen 7-30kg wiegen, unsere waren durchschnittlich 14kg. Die kleinen musste ich dann heraustragen (die reichten mir auch völlig, die waren schon genug schwer o.O und am nächsten Tag spürte ich es in den Armen zu genüge ^^), die grossen nahm der Besitzer der Plantage. Wir legten sie alle auf den grossen Anhänger und fuhren zurück zur Farm, wo sie dann gewaschen wurden. Die Bäume, welche nun keine Bananen mehr hatten, mussten umgelegt werden, damit es Platz für die Tochter-Pflanzen gibt.



Der ganze Vorgang muss sehr vorsichtig gemacht werden, da die Bananen sehr empfindlich sind. Fallen sie auf den Boden, werden sie gleich weggeworfen, weil sie dann braun statt gelb werden.

Und letztendlich geht’s ans Sortieren und Abpacken, damit sie für den Verkauf bereit sind. Und der Rest? Mh..ja der wird von uns gegessen xD

Noch eine kleine Anmerkung: Die Kilometerzahl im Titel entspricht meinem Kilometerzähler. Das heisst, so viel bin ich bisher, seit ich das Auto habe, schon gefahren. Es heisst nicht, dass ich z.B. hier von Denham nach Carnarvon 1932km zurück legen musste ;-) Und ihr könnt auch nicht die Zahlen vergleichen, um die Distanz der verschiedenen Orte herauszufinden, da ich an jedem Ort noch Ausflüge mache und dies auch bei meinem Kilometerzähler addiert wird.

Hoffe alle Unklarheiten wurden jetzt beseitigt – ansonsten einfach melden :-)